Plattenrüstung Plattenpanzer


Stechzeug welsches Gestech Plattenrüstung
Abb.1 (*1)
Der Begriff Plattenrüstung oder Plattenpanzer bezeichnet im Grunde das Gleiche.
Gemeint ist hier eine Rüstung oder Teile davon.
Ein dem Körper angepasstes Rüstungselement, das aus einer oder mehreren Metallplatten gefertigt ist.
Im Gegensatz zur Plattenrüstung können wir die sogenannten Lammellenrüstungen und Kettenpanzer anführen.
Für die Plattenrüstung wurde als Metall Bronze und auch Stahl verwendet.
Rüstungen, also auch die Plattenrüstung, waren die Schutzwaffen früher Jahrhunderte.
Die Abbildung links zeigt ein Stechzeug, einen Harnisch für das Welsche Gestech.
Das Dekor ist ein vergoldeter Ätzdekor.
Die Rüstung wurde 1588 von Anton Peffenhauser in Augsburg gefertigt und hat ein Gewicht von 38kg.

Gängig ist hier auch der Begriff Plattenharnisch.
Als Harnisch werden eher die Rüstungen benannt, die nur den Oberkörper, also vornehmlich Torso, Schulter und Arme schützen.
In der Fachliteratur wird jede Rüstung die mindest auch einen Brustpanzer hat als Harnisch bezeichnet.
Bereits in der Antike wurden solche Plattenharnische, die vor allem den Torso schützen, so wie Arm- und Beinschienen verwendet.
Eine der bekanntesten Abbildungen eines Harnischs in der Antike ist die zeitgenössische Skulptur des römischen Kaisers Augustus.

Gotische Plattenrüstung
Abb.2 (*1)
Eine frühe Form der Vollrüstung war die gotische Plattenrüstung, siehe Abb..
Sie bestand aus einem Schaller, Halsberge Brustpanzer Schulterstücken, Armzeug, Beinröhren, Eisenschuhen und Kacheln.

Der Kürass
Abb.3 (*1)
Am ehesten fällt einem vermutlich die Rüstung eines Ritters ein, auch im Volksmund als Vollplatte bezeichnet.
Diese Form der Plattenrüstung, die Vollrüstung als Ritterrüstung findet Ihren Einsatz erst gegen Ende des Mittelalters. Die ersten Anfänge gegen Ende des 14 Jhd., Höhepunkt gegen Mitte des 15. Jhd.
Die Form der Plattenrüstung reduzierte sich mit der Zeit wieder auf den sogenannten Kürass
Eine Rüstung der schweren Reiterei, ursprünglich wohl erst eine Lederrüstung.
Der Kürass und seine Varianten sind bis weit in die Neuzeit in Gebrauch.
Nehmen wir es genau, sogar bis heute, wenn auch vermutlich nur für Repräsentationszwecke.
ein Blick auf die Schweizer Garde, Brust-und Rückenpanzer mit Schulterstücken und Armzeug.
oder auf die The Household Cavalry des Englischen Königshauses.

Parallel zur Entwicklung der Rüstung fand natürlich auch eine Entwicklung der Waffen statt.
Nachdem das Bedürfniss nach Schutz zu der fast den ganzen Körper einschließenden Vollrüstung führte, kamen Waffen auf, die darauf reagierten.
Schwere, mächtige Bidenhänder, die in erster Linie den Gegner bewegungsunfähig machten, und ihm durch die Rüstung schwere Verletzungen wie Prellungen oder Brüche zufügen sollten. Und Waffen mit spitzen, schlanken Waffenelemente mit denen man durch die Schwachstellen der Rüstung oder durch die Rüstung selber dringen konnte.
Z.B. der Rabenschnabel, ein Kriegshammer mit einer schnabelförmigen, langen Spitze.

Die wohl klassisch einfachste Form einer Plattenrüstung sind die Rüstungsteile wie ein Brustpanzer oder Bein- oder Armschienen, die aus einer Stahlplatte getrieben wurden.
Die Herstellung von Plattenrüstungen benötigte letztendlich spezielle Berufe.
Im Mittelalter waren dies die Plattner, Schmiede, die sich auf die Fertigung von Plattenpanzern spezialisiert hatten.

Die uns heute erhalten gebliebenen Rüstungen zeigen ein hohes Maß an Verständnis und Wissen für die Werkstoffe, die Metallverarbeitung und einen hohen Anspruch an Ästhetik.
Herrschaftliche Rüstungen des 16 Jhd. waren nicht selten reich und kunstvoll verziert.
Hier finden Sie Detail-Abbildungen der linken Schulter von den zwei Harnischen von Anton Peffenhauser, in Vertretung aller Plattner seiner Zeit:
Welsche Gestech 1588 von Anton Peffenhauser; Fussturnierharnisch 1591 von Anton Peffenhauser.
Linke Schulter eines welschen Gestech von 1588 Linke Schulter eines Fussturnierharnisch von 1591
Abb.4 (*1)Abb.5 (*1)

Mehr Arbeiten von Peffenhausen im KHM Wien


Zu der Rüstung des Mittelalters gehörten natürlich auch Helme.
Eine beliebte Helmform war der Kübelhelm, oder auch Topfhelm, da darunter noch eine Hirnhaube getragen werden konnte.
Ein Helm war ein typischer Bestandteil der Ritterrüstung, im Grunde genommen systematisch für alle Plattenrüstungen.
Eine beliebte Helmform für den frühen Plattenpanzer war die Barbuta oder Beckenhaube.
Für die Vollrüstung wurden später Vizierhelme in verschiedensten Varianten benutzt.
In unserem Shop können Sie tragbare, mittelalterliche Rüstungen kaufen.
Harnische aus Metallplatten waren für Krieger sehr nützlich.
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*1)   Abbildungsnachweis:
#1 Harnisch für das welsche Gestech (#32, Turniere, Heidrun Wozel, Exponate Museum Dresden), HMD: M27; Ehrental_ C 15a; Schöbel Nr.36
#2 Gotische Plattenrüstung www.melbar.eu
#3 Kürass www.melbar.eu
#4 Harnisch für das welsche Gestech (#32, Turniere, Heidrun Wozel, Exponate Museum Dresden), HMD: M27; Ehrental_ C 15a; Schöbel Nr.36
#5 Fussturnierharnisch (#46, Heidrun Wozel, Exponate Museum Dresden), HMD: M20; Ehrental C12; Haenel: Tafel 13b; Schöbel: Nr.:10



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