Die Cinquedea


Diese Schwertform tauchte erstmals gegen Ende des Mittelalters, Anfang der Renaissance in Italien auf.
Kennzeichnend für diesen Waffentypus ist die überaus breite, und im Verhältnis kurze Klinge.
Ihrem Namen verdankt sie eben dieser breiten Klinge aus dem Italienischem. Cinque Dita bedeutet fünf Finger, womit die breite der Klinge an der Parierstange gemeint ist.
Hieraus entwickelte sich nun Cinquedea.
Wobei mit Cinquedea meist eine venezianische Bezeichnung gemeint ist.

Gelegentlich liest man auch die Schreibweise Cinquendea, Cinqueda.
Manchmal finden wir auch die Bezeichnung Ochsenzunge oder Anelace, wobei häufig hier auch Dolche mit besonders breiter Klinge gemeint sind.
Laut H. Seitz ist die Bezeichnung andernorts Ochsenzunge oder lingua di bue.

Ein weiteres, sehr markantes Merkmal dieses Schwertes sind die Hohlkehlen, die meist zahlreich vertreten sind.
Diese dienen in erster Linie der Reduzierung des, für die kurze Klinge, verhältnismäßig hohen Gewichtes.
Die Cinquedea finden wir in Längen von ca. 27 cm bis 75 cm.
Nach H. Seitz nur in den Längen 25 bis 50 cm.

Das Parier ist häufig nicht breiter als die Klingenbasis und meist im Bogen nach unten geneigt.

Im unterem Längenbereich kann man hier durchaus von einem Dolch sprechen, und die Bezeichnung Ochsenzunge oder Anelace wird wieder zutreffend, wenn wir Ochsenzunge mit Dolch gleich setzen.

Auf jeden Fall handelt es sich hier um ein Kurzschwert, das je nach Ausführung auch irgendwo zwischen Dolch und Schwert angesiedelt ist.

Die Waffe fand ab Anfang, Mitte des 15. Jh Verbreitung in Italien, Spanien, Frankreich und Burgund und wurde nach Seitz ca. 65 Jahre genutzt.

Durch die in der Renaissance wiederentdeckten Antike kann man vermuten, das die Vorlage dieser Waffe der klassische, römische Pugio war.
Wenn man diesem Gedanken folgt, hat die Form dieses Schwertes in der Tat nichts mit Waffentechnik, sonder in erster Linie mit Mode zu tun.

Einer der vermutlich bekanntesten Produzenten dieser Waffe war der Goldschmied Ercole dei Fideli in Ferrara. (Angelucci, 1890; Mann, 1962).

Beispiele dieses Schwertes finden wir unter anderem in der Wallace Collection, London; Armeria Real, Turin; Städtisches Museum Braunschweig, Livrustkammaren Stockholm.




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